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Eigentlich habe ich nichts übrig für klischeehafte, typische Einleitungssätze... Aber da es so ist, wie es nunmal ist... kann ich gar nicht anders anfangen.

Ich kann mich noch genau an den Tag erinnern als ich IHN das erste Mal sah, ich meine "richtig" sah.

Man geht meist nur mit halb geöffneten Augen durch die Welt... sieht die Menschen an, schaut ihnen ins Gesicht. Aber man sieht sie nicht richtig, und kaum eine Sekunde später hat man sie vergessen.

Er arbeitete in meiner Stammdisco hinter der Theke... Eigentlich machte mich die Tättowierung auf seinem Arm erst auf ihn aufmerksam.

Erstens sind Männer mit Tattoos einfach heiss... und dieses Tattoo... Sagen wir mal so: Es war aussergewöhnlich!

Mein Blick wanderte hoch und ich musste feststellen, dass der Rest auch aussergewöhnlich aussah: Aussergewöhnlich gut!! 

Mit einem Mal war ich mit einer unerwarteten Schwierigkeit konfrontiert:


Wie zum Teufel macht man unter Hunderten von Menschen auf sich aufmerksam???

Vor allem, wenn das begehrte Zielobjekt arbeitet, dich folglich also nett anlächelt, aber nicht wirklich sieht (auch hier sehe ich mich ironischerweide mit der Sehen-und-doch-nicht-sehen-Problematik konfroniert).

In dem Fall, so fand ich heraus, hilft auch das charmanteste Lächeln nicht.

Diverse Versuche eines nach dem Erhalt meines Getränkes verführerisch gesäuselten "Dankes" gingen kläglich in der Musik unter. Verdammt nochmal und er war auch zu schnell weg, um ihn anzuquatschen...

Frustriert gab ich an diesem Abend auf und warf nur noch verstohlene Blicke zur Theke rüber.

Seit diesem Wochenende musste meine beste Freundin richtig leiden. JEDE Woche hab ich sie in diese Disse geschleift, nur um ihn zu sehen und vergebens zu versuchen ihn "unauffällig" auf mich aufmerksam zu machen.

Aus irgendeinem Grund meinte das Schicksal es nach  acht Wochen (und dementsprechend acht Mal Anschmachten) gut mit mir und meine beste Freundin (!) lernte nen Typen kennen, mit dem ich ins Gespräch kam.

Nach einer Weile fragte ihn ob er "den Barkeeper" kennen würde. Und tatsächlich: Er kannte ihn.

"Der Kleine? Klar, das ist der Chris... Stehst du auf den?", fragte er direkt.

 Der Vorteil an Diskotheken ist, dass ein plötziches Knallrotwerden locker durch die Scheinwerfer überdeckt wird.

Immerhin hatte ich jetzt schon zwei Dinge in Erfahrung gebracht:

Erstens: ca. 175 cm Körpergröße sind offensichtlich klein ^^

Zweitens: ER hieß Chris


"Naja, ich find den ganz nett...", murmelte ich.
"Alles klar!" und ZACK, war er unterwegs, schnurstracks Richtung Theke.

"FUCK" hinterherlaufen war zu auffällig, darüber hinaus hatte die Schrecksekunde mich eh wertvolle Zeit gekostet, die ich gebraucht hätte, um den Kerl einzuholen.

Es dauerte nochmals genau zwei Sekunden bis zur ersten Panikattacke --> Oh Gott, es war halb zwei Uhr morgens, meine Frisur im Allerwertesten und das Make up auf Tauchstation. Verdammt!

Blieb also nur noch... Doof rumstehen undverstohlen zur Theke schauen.

Auf einer Dämlichkeits-Skala von 1 bis 10 ne glatte 12!

Zum Glück hatte Chris sowieso zuviel Stress um sich lange mit dem Typen zu unterhalten... Und ich stand weit genug weg, um mich nebenbei unauffällig aus dem Sichtfeld zu verdrücken.

Anderthalb Stunden später freundete ich mich gerade mit einem weiteren ergebnislosen Tag an, als besagter Typ grinsend auf mich zukam, mir ne Coke in die Hand drückte und lässig meint: "Na dann geh dich mal brav bedanken!".

Es war also an der Zeit... für die zweite Panikattacke (Frisur, MakeUp, einfach alles!!! VERDAMMT!!).

Also hechtete ich unauffällig zur Toilette, brachte eine Generalüberholung übers Outfit, hechtete zurück und machte... nichts....

Zunm Teufel, was sollte ich denn machen, wenn ich dem gegenübersteh?? "Hi! Danke für die Cola" *lächel*
Standartsprüche wie "Kommst du öfters her?" konnte ich ja schlichtweg vergessen.

Ausserdem war Chris immer noch im Stress, dass sah ich von meinem versteckten Beobachtungsposten aus.

Aber ich musste irgendwas tun... und zwar schnell!!
Also packte ich mir nen Bierdeckel, klatschte Name und Nummer drauf, setze mein charmantestes Lächeln auf und ging auf ihn zu.
"Hey, danke für die Coke. Hmm, ich denke mal du hast viel Stress gerade, aber ich würde dich echt gerne mal kennen lernen. Also hab ich dir mal meine Nummer aufgeschrieben und wenn du Lust hast, dann meld dich doch einfach mal." (Überlasse immer IHM die Entscheidung, frage immer offen... Das hat irgendwas mit dem Jagdinstinkt zu tun, denke ich...).
Er strahlte mich an "Ja klar, mach ich!"
"Ok, gut gemacht, Baby!!", dachte ich, "Jetzt noch ein charmates Lächeln über die Schulter... Und gegen niemanden laufen... Nur nicht auf die Fresse legen... Nur nicht auf die Fresse legen...".


Geschafft!!! *yeah* 

Das lief gut, oder?! Das lief doch gut...?

...Oder sagte er das zu jedem Mädel...? Er arbeitete ja schließlich in der Disko, konnte also schlecht antworten "Klar, wenn die Hölle zufriert!".


Zeit für Panikattacke Nummer Drei und da es eh zu spät war irgendwas zu ändern genau der richtige Moment, um nach Hause zu fahren....

Es gibt diese unausgesprochene, aber meiner Meinung nach allgemeingültige Regel: Wenn ER sich nicht innerhalb der nächsten 24 Stunden nach Abgabe der Handynummer meldet (in Ausnahmefällen erweiterbar auf 48 Stunden), dann ist ER nicht interessiert.

Zugegeben, es gibt Ausnahmen (ca. 3% aller Männer), die der Meinung sind, sie machen sich interessant, wenn sie sich erst Tage (!) später melden, aber mal ganz davon abgesehen, dass das die Minderheit ist, sind das meiner  Meinung nach Vollhonks!

Schließlich soll ein Mann sein Interesse klar zeigen!

Bisher war es ca. 14 Stunden her, dass ich Chris meine Nummer in die Hand gedrückt hatte.


Wie lang arbeitete der denn? Und viel wichtiger, wie lang schlief der denn dann noch? Vllt, so dachte ich, kann ich den zeitlichen Rahmen etwas "ausbauen" sollte er sich nicht bald melden (die Hoffnung stirbt zuletzt).

In solchen Momenten wird einem erst bewusst, wie UNGLAUBLICH lang eine Stunde sein kann.

16 Stunden und ca. 23 Minuten später... Es klingelte!!! Oh mein Gott eine Sms!! Direkt spurtete ich zum Handy, hämmerte ungeduldig auf die Tasten und erstarrte - Eine Sms von meiner beste Freundin... Super!!

"Hey Maus! Und??? Hat er sich gemeldet???"
Nein, hatte er nicht.... und ich war zu deprimiert zum antworten.
Jetzt war ein guter Zeitpunkt für eine Frustphase.

Das Handy legte ich möglichst weit weg von mir (wenn auch nicht ausser Hörweite) und wartete weiter dass die Zeit verging.

Es wurde immer später und ich war überzeugt, dass ich es, wie sagt man so schön, vergessen kann, als mein Handy plötzlich wieder klingelte.

Während mein Herz einen neuen Rekord im Schnellschlagen ohne darauffolgenden Herzinfarkt aufstellte redete ich mir in Gedanken zu: "Ruhig bleiben, das isser bestimmt nicht! Atme Mädchen! Atme!!!!"

Ein unangenehmer Nebeneffekt von Aufregung ist die Tatsache, dass man rein motorisch einem Kind gleichkommt. Selbst auf Tasten zu drücken scheint mit einem Mal zu einer hochkomplizierten Fertigkeit zu werden.

Da! Der Posteingang... Okaaaay, die Nummer kannte ich nicht (was immer noch nichts heissen muss... mein Netzanbieter ist so nett und schickt mir regelmässig sinnlose Werbemails, die ich grundsätzlich direkt lösche ohne sie zu lesen...Handyspam geht ja mal gar nicht!).

Also weiter im Text "Öffnen" und... tatsächlich, das war definitiv NICHT mein Netzanbieter! "Hey, alles klar? Wollt nur mal sagen, dass ichs echt klasse fand, dass du mir deine Nummer zugesteckt hast. Lieben Gruß, Chris!"

OH-MEIN-GOTT! Er wars... Ok, ok, ein Blick auf die Uhr --> 20 Stunden und 14 Minuten war meine Aktion her. Das war nicht schlecht, damit konnte ich leben.

Nur... was zum Teufel sollte ich antworten?

Gespräche haben gegenüber Texten eine Eigenschaft, die man auf zweierlei Weise auslegen kann.

Einerseits kann man sich während eines Gespräches richtig in die Sch.... reiten, wenn einem im Eifer des Gefechts etwas rausrutscht. Diese Gefahr ist im Allgemeinen bei Texten nicht gegeben.


Jedoch haben eben diese den Vorteil, dass man die Möglichkeit HAT, sie zu überdenken und zu ändern.
Ich glaube ich hab im Leben nicht so lange über den Inhalt eines Sms nachgedacht wie an dem Tag... Zusätzlich gerät man irgendwann auch "leicht" unter Druck, schließlich sollte solch eine Sms binnen der nächsten Zehn Minuten beantwortet werden, will man nicht als uninteressiert, motorisch beeinträchtigt oder als Analphabeth abgestempelt werden.

Es gibt natürlich auch noch die Fraktion Frauen, die aus Prinzip erst einen Tag später antworten, weil sie den Eindruck vermitteln wollen, sie seien vielbeschäftigt.

Meiner Meinung nach Unsinn, wenn das alle machen würden bräuchten wir ja sage und schreibe 72 Stunden für nen ersten SMS-Wechsel.

Wer will denn so lange warten??

Ich kann mich ehrlich gesagt auch nicht mehr an den genauen Inhalt der Sms erinnern. Fakt ist --> ich habe geantwortet und so schlecht kann die Antwort nicht gewesen sein, denn er schreib fast direkt.

Das Ergebnis unseres Sms-Wechsels: Das Date sollte eine Woche später stattfinden *yeah*

Ca. 5 Sms später hatte ich es geschafft --> DAS DATE STAND!!! *yeah*




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